Enzoephalitozoose bei Kaninchen

23.02.2016

Häufigstes Symptom dieser Erkrankung ist die plötzlich auftretende Kopfschiefhaltung des Kaninchens. Diese kann das Tier soweit beeinträchtigen, dass es gar nicht mehr sitzen oder stehen kann und zur Seite fällt. Die Erkrankung kann auch zu Lähmungen, Nieren- oder Augenproblemen führen.

Der Erreger (Enzephalitozoon cuniculi) ist ein Einzeller, der auch andere Säugetiere, Vögel und sogar Fische befallen kann.

Nicht jedes Tier, das Träger des Erregers ist, erkrankt und zeigt Krankheitssymptome. In Deutschland sind mehr als 25 % der Kaninchen infiziert. Doch nur wenige erkranken tatsächlich. Zu einem Ausbruch kann eine Schwächung des Immunsystems (z.B. durch andere Erkrankungen, Besitzerwechsel, Stress durch Partnertiere) führen.

Ausgeschieden wird der Erreger mit dem Urin. Durch verunreinigtes Futter gelangt er dann in den Darm anderer Tiere und führt zur Infektion. Ob und wann es zum Ausbruch der Krankheit kommt, hängt von vielen Faktoren ab, besonders aber von der Resistenz des Immunsystems. Ein Urintest ist nicht immer zuverlässig, da der Erreger in unregelmäßigen Abständen ausgeschieden wird.

Doch durch eine Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob der Patient mit EC infiziert ist. Eine Infektion bedeutet allerdings noch nicht den Ausbrauch der Krankheit. Deshalb ist es unbedingt notwendig die Symptome des Tieres auch mit anderen Krankheitsbildern abzugleichen und gegebenenfalls weitere Krankheiten in Betracht zu ziehen.

Eine Behandlung von EC ist in vielen Fällen möglich. Dazu wird ein spezielles Antiparasitikum verwendet, das über einen längeren Zeitraum eingenommen werden muss. Zusätzlich müssen oft auch Antibiotica, Vitaminpräparate und Medikamente, die die Immunabwehr stärken, verabreicht werden. Partnertiere, die ebenfalls mit EC infiziert sind, sollten mitbehandelt werden, Nichtinfizierte nach Möglichkeit von Infizierten getrennt gehalten werden.

Erkrankungen beim Menschen sind selten. In aller Regel infizieren sich nur Menschen mit stark geschwächten Immunsystem (HIV/ Chemotherapie/Menschen, die Immunsuppresiv behandelt werden).

Im Umgang mit EC-infizierten Tieren sollte man  trotzdem auf Hygiene und Händewaschen achten. Das hält die Gefährdung gesunder Menschen so gering, dass ein mit EC infiziertes Tier nicht abgegeben werden muss.