Räude und Demodexmilbe beim Hund

23.02.2016

Neben vielen anderen Ursachen für Juckreiz nimmt beim Hund die Zahl an Erkrankungen durch Milbenbefall stark zu. Die Sarkoptesräude wird durch eine sogenannte Grabmilbe verursacht, die sehr ansteckend ist und auch auf den Menschen übertragen werden kann. Da die Milbe längere Zeit auch in der Umgebung des Hundes überleben kann, kann man sich auch ohne direkten Körperkontakt infizieren. Sie äußert sich beim Hund zunächst durch Haarausfall, Juckreiz und Schuppenbildung am Kopf und an den Vorderbeinen, aber auch an den Zehen, am Nacken und Rücken. Infektionsgefahr besteht auch bei einem Spaziergang im Wald, da Füchse besonders von der Milbe befallen sind.

Die Demodexmilbe lebt in den Haarbälgen des Hundes und verursacht zunächst keinen Juckreiz. Meist infizieren sich die neugeborenen Welpen in den ersten Lebenstagen beim Saugen an der Mutter, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist. Zu einem Ausbruch der Erkrankung, die sich durch kahle Stellen am Kopf, den Ohren und den Pfoten bemerkbar macht, aber auch auf den ganzen Körper übergreifen kann, kommt es aber erst, wenn bestimmte Abwehrzellen im Körper des Hundes in ihrer Wirkung eingeschränkt sind. Deshalb erkranken nur Hunde, die einen angeborenen Defekt bestimmter Immunzellen haben oder an einer anderen schweren Krankheit leiden. Dies kann zu einem plötzlichen Ausbruch im Alter führen. Ansteckend ist diese Erkrankung nicht.

Um festzustellen, ob ein Hund von Milben befallen ist, müssen verschiedene Tests an der Haut durchgeführt werden. Bei Sarkoptes kann auch ein Bluttest weiterhelfen.

Die Behandlung richtet sich nicht nur nach der Ursache, sondern auch nach dem Ausmaß der Erkrankung und dem Patienten selbst, da einige Medikamente von manchen Hunden nicht vertragen werden. Deshalb muss in jedem Einzelfall entschieden werden, wie und womit behandelt wird.